Gesund Wohnen: Schimmel bekämpfen und vorbeugen

Wie Schimmel entfernen? Genau vor dieser Frage stehen viele Mieter. Jeder Sechste in Deutschland leidet unter Schimmel in der Wohnung. Dabei sieht der Schimmelbefall nicht nur unappetitlich aus, sondern ist vor allem eine echte Gefahr für unsere Gesundheit. Wie Schimmel entsteht und wie du diesen vorbeugen und im schlimmsten Fall beseitigen kannst, erfährst du bei uns.

 

Was ist Schimmel und wie entsteht er?

Schimmelpilze sind Mikroorganismen, die ganz natürlich und somit überall zu finden sind: im Haus, im Freien, in der Luft. Problematisch wird es nur, wenn Schimmelpilze wachsen und sich zu einem echten Schimmelbefall entwickeln. Begünstigt wird dieser Prozess durch Feuchtigkeit, Sauerstoff und Wärme. Der Schimmel sucht sich einen Nährboden – das können Textilien, Kunststoffe, Lebensmittel und sogar Baufasern sein. Mit dem bloßen Auge lässt sich der eigentliche Schimmel nicht erkennen. Was wir sehen, sind die Pilzfäden und Sporen, die meist kreisrund auftreten und sich dann zu einem Pilzteppich ausbreiten.

Besonders oft betroffen sind das Badezimmer, da hier durch Baden und Duschen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, sowie das Schlafzimmer. Im Schlafbereich verzichten viele Mieter auf das Heizen, was wiederum den Bildungsprozess des Schimmels begünstigt. Außerdem atmet und schwitzt der Mensch beim Schlafen. Dadurch entsteht natürlich ebenfalls Feuchtigkeit. Da wir aber durchschnittlich ein Drittel des Tages im Bett und somit im Schlafzimmer verbringen, ist der Schimmel hier besonders gefährlich für unsere Gesundheit. Typische, körperliche Reaktionen auf Hausschimmel sind beispielsweise:

  • Allergien
  • Bronchitis
  • Atemnot
  • Augenreizung
  • Hautreizung
  • Fieber
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskel-Beschwerden
  • Konzentrationsstörungen usw.

Die Liste ist lang und kann je Betroffenen unterschiedlich ausfallen. Trauriger Fakt ist jedoch, dass Schimmel besonders gefährlich für Kinder ist – die Gefahr einer Erkrankung ist dreimal höher als bei einem Erwachsenen.

Wie Schimmel beseitigen?

Schimmel in der Wohnung? Erstmal Ruhe bewahren und schauen, wo und wie der Schimmel auftritt. Auf glatten Oberflächen wie Plastik, Metall, Glas oder Lack  lässt sich der Schimmel einfach mit einem feuchten Tuch abwischen. Das gleiche trifft bei Silikonfugen zu, eine anschließende Reinigung mit Alkohol ist dabei zu empfehlen. Abnehmbare Textilien wie Vorhänge und Bettwäsche heiß waschen und komplett trocknen lassen, um weitere Feuchtigkeit zu vermeiden.  Schwieriger wird es bei Tapeten. Zuerst prüfen, ob nur die Tapetenoberfläche vom Schimmel befallen ist oder ob sich dieser bereits auf untere Schichten ausgebreitet hat. Ist das nicht der Fall, wird einfach der Wandbelag – der Nährboden des Schimmels – entfernt und ausgetauscht. Sollte sich jedoch der Schimmel schon tiefer eingefressen haben, empfehlen wir Fachpersonal zu beauftragen. Diese sind speziell auf die Entfernung von Schimmel spezialisiert und bieten damit das nötige Knowhow, um den Befall schnell und sicher zu beseitigen. 

 

Wie Schimmel vorbeugen?


Zeit und Nerven sparen mit den richtigen, vorbeugenden Maßnahmen. Mehrmals täglich lüften ist nichts Neues, aber sehr effektiv. Besonders dann, wenn das Fenster nicht nur angeklappt wird, sondern morgens und abends für 5 Minuten zum Stoßlüften ganz geöffnet wird – das sorgt für eine gute Raumluft und eine nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit. Auch ein Hygrometer ist sinnvoll. Ein Hygrometer ist ein kleines Messgerät, welches die Raumfeuchtigkeit misst. Der optimale Wert behaglicher, Schimmel vorbeugender Raumluftfeuchte liegt bei 35-55%. Ab 60% Luftfeuchtigkeit spricht man von erhöhter Schimmelgefahr.

Weitere Tipps, wie Schimmel erst gar nicht entsteht:

  • Möbel mit Abstand stellen: Möbel mit 10cm Abstand von Wand oder Heizung stellen. Das begünstigt die Luftzirkulation.
  • Wäsche draußen Trocknen: Ein Wäscheständer mit nasser Wäsche erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum und sollte daher vermieden werden. Ist die Trocknung an der Sonne nicht möglich, öfters lüften.
  • Aquarium abdecken: Aquarien müssen abgedeckt werden, ansonsten steigern diese die Luftfeuchtigkeit.
  • Nach dem Duschen: Nach dem Dusch-oder Wannengang sollten Wanne, Böden und Wände abgetrocknet werden. Ebenfalls gehören nasse Handtücher auf die Heizung.
  • Anti-Schimmel-Farbe: Spezielle Wandfarbe stellen einen nachhaltigen Schutz vor Schimmel dar. Lassen Sie sich dazu in einem Fachmarkt beraten.
  • Dunstabzugshaube: Der Einbau einer Dunstabzugshaube in der Küche ist ebenfalls eine sinnvolle Investition, um hier den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu senken.
  • Heizen: Im Winter alle Räume heizen, damit keine warme Luft in kühle Zimmer ziehen kann. Außerdem wird ein konstantes Heizen empfohlen mit einer Temperatur von ca. 20 Grad. In der Nacht nicht mehr als 2 Grad senken, das unterstützt nicht nur dabei einen Schimmelbefall vorzubeugen, sondern spart auch Geld.
  • Sonnenbad für Ihre Wohnung: UV-Strahlen besitzen eine keimtötende Wirkung. Deswegen Sonnenstunden nutzen und den Raum mit Sonnenlicht fluten. Ein gelegentliches Sonnenbad für Vorhänge, Matten oder Abfalleimer beugen ebenfalls Schimmel vor.
  • Silikonfugen reparieren: Rissige Silikonfugen zeitnah erneuern. Hier sammelt sich besonders gern der Pilz an.