Guerilla Stricken – wenn Wolle die Großstadt erobert

Die Statue hat plötzlich einen kuscheligen Pullover an? Bäume präsentieren nicht nur ein grünes Blätterkleid, sondern ein bunte Hülle? Laternenpfähle, Fahrradständer, Poller und Schilder sind mit farbenfrohen Stulpen aus Wolle ausgestattet? Ein klarer Fall von Guerilla Stricken, auch bekannt als „Yarn Bombing“ oder „Urban Knitting“. Seit knapp zehn Jahren erobert dieser Trend Städte auf der ganzen Welt. Inzwischen hat er sich als feste Unterart der Streetart etabliert – die Bezeichnung „gestricktes Graffiti“ bringt es auf den Punkt.

Trendige Maschen – aus den USA nach Deutschland

Seinen Anfang nahm das Guerilla Strickenim Jahr 2005 im texanischen Houston. Hier begann Magda Sayeg damit, Türklinken und andere Objekte mit gestrickten Hüllen zu versehen. Die bunten Maschen sollten die Großstadt bunter und freundlicher gestalten. Gleichzeitig boten die Aktionen eine Gelegenheit, um unfertige Strickprojekte sinnvoll zu nutzen. Viele Gleichgesinnte schlossen sich Sayeg an, woraus Gruppe „Knitta Please“ entstand.

Seitdem hat der Trend auch deutsche Städte erreicht. Überall wird gestrickt und gehäkelt – denn das ist selbstverständlich auch erlaubt – was das Zeug hält. Das Ergebnis: Farbenfrohe Straßenschilder, Poller oder Bäume vom Bodensee bis nach Hamburg, von Berlin bis Köln. Anfangs nähten die Guerilla-Stricker ihre Arbeiten noch in Nacht-und-Nebelaktionen fest. Inzwischen gibt es viele öffentliche Initiativen, die Mitstricker für ein bestimmtes Verschönerungsprojekt suchen. Von strickenden Omis aus dem Handarbeitskreis bis hin zu jungen Leuten und Garnjunkies: Dieser Trend spricht viele Altersgruppen an und befreit das Thema Handarbeiten von seinem bieder-spießigen Image. Dabei können auch Projekte entstehen, die die Stadt nicht nur verschönern, sondern auch ein politisches Statement abgeben – wie zum Beispiel bestrickte Bauzäune bei Stuttgart21. Längst sind zahlreiche Gruppen und Online-Communities entstanden, die sich untereinander austauschen.

Gestricktes Graffiti – eine saubere Sache

Streetart, also Kunst im öffentlichen Raum, hat viele Gesichter. Was macht ausgerechnet das Guerilla Stricken so besonders? Sein größter Vorteil: Trotz seines Namens („guerrilla“ ist spanisch und bedeutet „kleiner Krieg“) wird hier nichts zerstört. Auch Verschmutzungen sind bei den gestrickten Graffitis kein Thema. Schließlich bekommen die bestrickten Objekte lediglich eine neue Hülle aus Garn. Diese lässt sich problemlos wieder entfernen. In den meisten Fällen bleibt sie aber bestehen und entlockt ihren Betrachtern Schmunzeln und Belustigung, häufig stoßen die Aktionen auch auf ein positives Echo in den Medien.

Mit den passen Produkten aus unserem Shop kannst du dir den gemütlichen Strick-Look auch in deine Wohnung holen. Zugegeben – unsere bestrickenden Produkte sind nicht handgearbeitet, bilden aber eine feine Alternative, wenn du nicht warten möchtest, bis ein selbstgestricktes Projekt fertiggestellt ist.

Die Statue hat plötzlich einen kuscheligen Pullover an? Bäume präsentieren nicht nur ein grünes Blätterkleid, sondern ein bunte Hülle?